touri-tag / erstes resümee

sonntag morgen. sieben uhr irgendwas. werde wach. knispel sitzt im bett neben mir und grinst mich an. „ga?“ na klar ga. immer. er kann so süss sein. meist werde ich wachgemosert. da lernt man solch rare momente zu schätzen.

beschliessen nach dem frühstück in die „gardens by the bay“ zu gehen. das titelbild des blogs zeigt ein paar der türme, die bäumen nachempfunden sind. nicht weit weg, aber wir haben die rechnung ohne den sonnenschein gemacht. es ist einfach scheisse-heiss, und michel muss den kleinen tragen, weil alex auch schlappi is. supa. machen eine kleine touri-golfcaddy-tour mit audio-gedöhns. interessant, aber immer noch warm. eiskaffee für uns, eis für alex, rosinenteil für ian. verlassen den ort. müssen mal abends herkommen. beleuchtet sieht das bestimmt eh besser aus.

alex empfindet spielzeugmangel. also ab in die orchard road, die dicke einkaufsmeile. toys'r'us entern, sturmreif kaufen, die olle bude. ian kriegt eine entenfamilie. alle glücklich. der rückweg zum appartment ist anstrengend. zu viele konsumgeile asiaten. hierzu gleich mehr.

richtig schön wird's abends nochmal, als wir zu den satay-spiessern auf der abgesperrten strasse gehen. mannomann. haben eine kleine perle ausgemacht. ein krug bier für die erziehungsberechtigten, ein teller voll liebevoll angekokelten fleisches für alle. mjam. die prawns können die anderen haben, esse huhn und rind. so steht es zumindest auf der karte. was die bekopftuchte grillmeisterin tatsächlich an den spiess heftet – egal. es schmeckt köstlich. sogar die tatsache, dass ian einen rekordverdächtig duftenden haufen in die windel brät und wir -wohl etwas zu optimistisch- ohne windeltasche unterwegs sind, kann unsere satt-zufriedene laune nicht trüben.

nach zwei wochen fühlen wir uns vorerst gut akklimatisiert. wir wissen, wo wir die alltäglichen dinge herbekommen, es gibt so etwas wie einen wochentags- und einen wochenendrhythmus, die kinder fühlen sich wohl, die ersten erkältungen klingen ab.

bemerkenswert bleiben ein paar dinge über singapur:

die vielerwähnte sauberkeit. man kann in den MRT-stationen buchstäblich vom boden essen. geht in der hannoverschen U-bahn auch, aber eher, weil immer etwas herumliegt. hier hingegen ist man fast manisch mit sauberkeit und ordnung beschäftigt. in unserer benachbarten unterirdischen mall liegt eine kleine pfütze. vermutlich ein verschütteter kaffee. sofort kommt ein offiziell dreinblickender hygienebeauftragter mit sprechfunk und sorgt mit polizeilich anmutender gestik dafür, dass sich niemand der flüssigkeitsansammlung auch nur nähert. bin beeindruckt. an anderer stelle wiederholt sich dieses schauspiel mit einer etwas grösseren wasserlache. eine ausgelaufene kühltheke oder so. zwei regierungsbeamte. mindestens. wow! respekt. unten am appartment ist die markierung einer bushaltestelle auf dem strassenbelag bestenfalls leicht beschädigt. sofort rückt eine horde strassenmarkierer aus und der mangel wird beseitigt. heidezack!

die shoppingwut. alle grossen marken haben hier mindestens fünf flagship-stores. gross, grösser, vollbekloppt. aber der singapulese kauft gern, kauft viel, kauft teuer. hat für mich was von fiesem kolonialismus. wenn wir die wilden nicht mehr besitzen dürfen, bereichern wir uns zumindest an ihnen. schräg. heute am sonntag ist die stadt voll mit kleinen asiaten, die scheinbar alles kaufen, was nicht niet- und nagelfest ist. das MRT platzt aus allen nähten.

der hang zur elektronik. jeder einwohner hat ein smartphone. und ein tablet. und beides dabei. und immer und ständig im einsatz. sehe leute, die in malls sitzen und melodramen sehen. viele spielen unsinnige jump'n run-games. jeder fotografiert jeden. in jeder erdenklich belanglosen situation. vor einem prada-laden. an der kasse im schnellrestaurant. vor büschen. der datenschrott, der hier produziert wird, möge bitte die stasi-pisser von der NSA zum bluten und platzen bringen.

gigantomanie. es muss ja so schnell gehen. hochhausbaustellen, die sogar nachts durchbeplockert werden. autos, in denen manch ein ureinwohner ziemlich verloren aussieht. ein benachbarter gebäudekomplex (das marina bay sands), der 4,6 mrd. € gekostet haben soll. um noch mehr shopping, casinogedöhns und hotelübernachtungen zu ermöglichen. grenzt alles irgendwie an wahnsinn.

lange klamotten. bin immer komplett baff, wie es einheimische schaffen, bei den vorherrschenden temperaturen komplett langärmelig (womöglich schwarz gekleidet!) durch die gegend zu spazieren. meine hochachtung. komme aus unserem appartment, durch die eisgekühlte lobby und werde von der wucht der aussentemperatur fast wieder zurückgedrückt. und der singapuröse? gleitet elegant, bar jeder schweissdrüse, im businessoutfit zum shoppen oder arbeiten. jo.

mir fallen sicher noch einige sachen ein. muss aber ins bettchen. kinder kennen kein pardon.

 

schönen abend

aus singapur

vom

thom

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.